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· Gästezimmer · Alcôve & Agapes · Françoise Foret ·

Mit einer Reise nach Schottland fing alles an

Reisen ist ihre große Leidenschaft. Für Françoise Foret bedeutet das in erster Linie andere Menschen kennen zu lernen. Francoise_und_Herve_in_Schottland_A.jpg
Einblicke in fremde Kulturen und Lebensweisen zu bekommen, sich mit anderen austauschen, über den Alltag hier und dort. Den Horizont erweitern. Nur irgendwo hinzufahren, weil dort die Sonne scheint und das Meer blau ist, das ist ihr zu wenig. Ein Tag am Strand mag schön sein, aber was nimmt man davon mit, außer vielleicht einem Sonnenbrand, wenn man nicht mit Menschen spricht, die dort wirklich zu Hause sind? »Ich bin neugierig«, gibt sie zu. »Ich will immer wissen, wie andere leben. Welche Ziele und Träume sie haben und auch welche Sorgen und Probleme. Wie sonst soll man sich kennen lernen?! Wenn man nichts voneinander erfährt, bleibt man sich doch fremd.«

Genauso gern wie sie reist, empfängt sie Gäste. Dass sie in ihrem Beruf jetzt beides vereinen kann, ist ein Traum, den sie sich mit ihrer Agentur »Alcôve & Agapes« selbst erfüllt hat. Auf die Idee kam sie während eines Urlaubs in Schottland. »Hervé, mein Lebensgefährte, und ich waren begeistert von der Gastfreundschaft der Menschen dort«, erzählt sie. »Wir haben in einfachen Bed & Breakfast-Häusern übernachtet. Überall wurden wir herzlich aufgenommen und gut versorgt. Und nebenbei haben wir dabei mehr über Land und Leute erfahren, als wenn wir von Hotel zu Hotel gefahren wären.« Übernachtung mit Frühstück bei Einheimischen: so etwas müsste es auch in Paris geben, sagten sie sich. Und dieser Gedanke ließ sie nicht mehr los.

Françoise à Marcq-en-Baroeul (59) à l'age d'un an 1965 wurde sie in Lille geboren, im Norden Frankreichs. Dort scheint die Sonne zwar nicht so oft vom Himmel, dafür aber umso mehr in den Herzen der Menschen, sagt Francoises Foret.

Sie studierte in ihrer Geburtsstadt Photographie und später in Paris audiovisuelle Kommunikation. Es folgten anstrengende Berufsjahre bei der Air France, bei Vivendi Universal und dem Fernsehsender France 3. »Meine Arbeit hat mir Spaß gemacht«, erzählt sie bei einem Glas Cidre in ihrer kleinen Wohnung in Montmartre. »Aber irgendetwas hat doch gefehlt, und das war der direkte Kontakt zu den Menschen.« In Schottland war ihr endlich klar geworden, was sie wollte. Und 1997 setzte sie ihre Idee in die Tat um. Sie kündigte ihren Job bei France 3 und machte sich mit ihrer Agentur »Alcôve & Agapes« selbständig.
Das junge Unternehmen begann recht bescheiden: mit Gäste-Übernachtungen in den eigenen vier Wänden. Ganz einfach war und ist das bis heute nicht. Denn Françoise und Hervé haben in ihrer Wohnung nicht so viel Platz, wie sie gern hätten. Die Gäste übernachten im größten Zimmer, müssen sich aber Bad und WC mit den Gastgebern teilen.
Françoise und ihr Lebensgefährte auf dem Norwegischen Gletscher Brisdalbreen 2003
Jeder Raum ist ausgeschmückt mit Reisesouvenirs aus Skandinavien, Island, Schottland und Kanada. Die nordischen Länder haben es Françoise und Hervé besonders angetan. Von dort haben sie Elfen, Trolle und Engel mitgebracht, die in jedem Winkel der Wohnung verteilt sind, selbst auf dem stillen Örtchen. »Unsere Gäste müssen wissen, worauf sie sich einlassen«, gibt sie ehrlich zu und lacht. »Repräsentativ ist unsere Wohnung nicht. Aber so leben wir zwei nun mal.« Doch nur wenigen hat es bisher bei ihnen nicht gefallen. Die meisten ihrer Gäste haben schon nach kurzer Zeit das Gefühl, bei Freunden untergekommen zu sein, und fühlen sich in der unkomplizierten, aber speziellen ,,Puppenstube” im vierten Stock eines Mietshauses nur einen Spaziergang von der Sacré Coeur entfernt wie zu Hause.

Wer es lieber komfortabler mag und auch ein paar Euro mehr ausgeben kann, für den hält Françoise Foret inzwischen attraktive Alternativen bereit. Denn die eigene Wohnung mit Gästen zu teilen, war nur der Anfang. Inzwischen hat Françoise über 100 Adressen in ihrer Kartei. Von einer luxuriösen Wohnung in einem »immeuble hausmannien« unweit des Arc de Triomphe oder einer Wohnung in unmittelbarer Nähe des Eiffelturms bis hin zum kleinen Stadthaus etwas außerhalb im 19. Arrondissement an der Porte de Lilas mit idyllischem Blumengarten vor dem Fenster. »Alcôve & Agapes« bietet ein breites Spektrum an sympathischen Übernachtungsmöglichkeiten in ganz Paris. Jede neue Adresse wird auf Herz und Nieren geprüft, ob Wohnung und Gastgeber auch den Ansprüchen von Françoise Foret entsprechen. Sauberkeit versteht sich von selbst, zudem sollten die Zimmer ansprechend und gemütlich sein, aber das allerwichtigste: Die Gastgeber müssen aufgeschlossene Menschen sein, denen es Spaß macht, Fremde unter ihrem Dach zu beherbergen, die Paris gut kennen und so manchen touristischen Geheimtipp an ihre Gäste weitergeben können, der nicht im normalen Reiseführer steht. Damit sich beide Seiten wohlfühlen, die Gäste und die Gastgeber, legt Françoise Wert auf persönlichen Kontakt.

»Ich sehe mich nicht als eine Vermittlungsagentur, bei der man anruft und für eine bestimmte Zeit nur mal schnell ein Zimmer bestellt«, sagt sie. »Ich möchte Menschen zusammenführen, die auch zueinander passen. Und das schönste ist für mich, wenn daraus vielleicht sogar Freundschaften entstehen.«
Dass ihr das immer wieder gelingt, belegen die Postkarten von Gästen aus aller Welt, die in Paris nicht nur eine Unterkunft, sondern auch echte Freunde gefunden haben. Und es beweist, dass sie Recht gehabt hat, damals in Schottland: »Bed & Breakfast« mag zwar eine typisch englische Institution sein, sie kann aber durchaus auch in Frankreich Erfolg haben, und das sogar in Paris.

Und wer weiß, vielleicht lässt dieser Erfolg irgendwann auch noch ihren anderen großen Traum in Erfüllung gehen: ein eigenes kleines Bed & Breakfast-Hotel in Paris, mit vier Gästezimmern, die sie ganz individuell einrichten würde, mit viel Phantasie und sicher auch dem einen oder anderen kleinen Troll oder Engel. Denn die, davon ist Françoise ganz fest überzeugt, haben ihr bisher immer nur Glück gebracht.

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